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(RE)THINKING TEMPTATIONS – Genia Chef

17.04.–14.05.2026

(RE)THINKING TEMPTATIONS – Genia Chef

Heimgesucht von Dämonen irdischer Gelüste kämpft der heilige Antonius gegen die Versuchung – dieses bekannte Motiv ergründet Genia Chef in seiner posthistoristischen Malerei. Dem religiös aufgeladenen Bild steht eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Psychiater Richard von Krafft-Ebing gegenüber, dessen bekanntestes Werk, die „Psychopathia sexualis“ von 1886, das Gerüst schuf, sexuell „abweichendes“ Verhalten zu pathologisieren. Zugleich legte es die Basis dafür, dass eine moderne Sexualwissenschaft entstehen konnte. Ein Pionier dieser Wissenschaft ist Magnus Hirschfeld, dem der Künstler eine illustrative Bildserie über das Buch „Das dritte Geschlecht“ widmete. Als Vorkämpfer der queeren Emanzipationsbewegung verstand Hirschfeld „abweichende“ Sexualität als Varianten menschlicher Entwicklung, statt sie zu stigmatisieren. Er setzte sich in den 1920er-Jahren gegen die Kriminalisierung von Homosexualität ein und ermöglichte am Institut für Sexualwissenschaft die ersten medizinischen Geschlechtsangleichungen.

Indem Genia Chef diese Ansätze künstlerisch erforscht sowie Religion und Wissenschaft einander gegenüberstellt, gelingt eine spannende Reflexion über die (Ent-)Mystifizierung menschlicher Sexualität im Wandel der Zeit.

Arbeit zu Magnus Hirschfeld

Der in Kasachstan geborene, in Berlin lebende Künstler Genia Chef ist bekannt für seine Experimente mit traditioneller Malerei und Multimedia-Installationen. Er hat an der Wiener Kunstakademie studiert und stellte international aus, unter anderem im Museum of Modern Art in Ostende, Belgien, in der Stuart Levy Fine Art Gallery in New York, in der Kunsthalle Baden-Baden, in der Experimental Art Foundation in Adelaide, im Staatlichen Russischen Museum in St. Petersburg, im Museum of Contemporary Art in Skopje, im University Art Museum in Albuquerque, USA, im LandesMuseum Liechtenstein, im Mdina Cathedral Museum auf Malta sowie im Rahmen der Biennale von Venedig. Zuletzt stellte er 2026 im MEAM (Museu Europeu d’Art Modern) in Barcelona aus. Homepage: geniachef.de


Die Ausstellung (RE)THINKING TEMPTATIONS findet im Vorlauf des Magnus-Hirschfeld-Tages am 14. Mai statt, den Berlin 2024 als erstes Bundesland zum Gedenktag erklärte.

Vernissage: 17.04. ab 18:00
Finissage: 14.05. ab 18:00

„Kolonie-Wochenende“ (24.–26.04.), jeweils von 17:00–21:00 geöffnet
Reguläre Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 17:00–20:00


Prima Center Berlin
Biesentaler Straße 24
13359 Berlin