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Ana Ivanovska: Echo

19.06.–27.06.

Ana Ivanovska: Echo

Welche Auswirkungen haben globale Krisen auf individuelle und kollektive Erfahrungen? Dieser Frage geht die Künstlerin Ana Ivanovska aus Skopje im Projekt „Echo“ nach. In Fotografie, Fotomontage und Installation entstehen Bildräume zwischen Angst, Isolation und Transformation, in denen persönliche und gesellschaftliche Veränderungen sichtbar werden.

Echo (DE)

Im Projekt „Echo“ setzt sich die Künstlerin Ana Ivanovska aus Skopje mit globalen Ereignissen und deren Auswirkungen auf individuelle wie kollektive Erfahrungen auseinander. Pandemie, Kriege und anhaltende Krisen haben den Alltag verändert und ein Gefühl von Unsicherheit und fehlender Orientierung erzeugt. Durch Fotografie, Fotomontage und Installation laden die Arbeiten zur direkten Interaktion mit dem Publikum ein und regen zur Reflexion über persönliche und gesellschaftliche Transformationen, innere Veränderung sowie emotionale und psychologische Zustände an, die durch diese Realität geprägt sind.

Wiederkehrende Motive von Masken und Handschuhen bilden gitterartige Strukturen, hinter denen ein Mund „atemlos“ bleibt. Diese Bilder wirken als visuelle Manifestationen von Angst, Enge und eingeschränkter Freiheit und werden zu Barrieren der Kommunikation sowie zu Symbolen der Spannung zwischen der sichtbaren Welt und unsichtbaren Gefahren. Entstanden durch die experimentelle Arbeit mit Materialien und die Erweiterung der Fotografie hin zu Objekten und Installationen, spiegeln die Werke die Komplexität und Intensität des zeitgenössischen Lebens wider.

Gleichzeitig trägt „Echo“ eine intime und persönliche Dimension. Die Phase der Isolation wird zu einem Raum der Selbstreflexion, in dem Körper, Erinnerung und Identität untersucht werden. Die Arbeit „Mark“ reflektiert eine zutiefst persönliche Erzählung von Mutterschaft und verbindet fotografische Drucke zu einer fragmentierten, zugleich jedoch zusammenhängenden Komposition. Das zentrale Bild einer Kaiserschnittnarbe wird von Details des Körpers umgeben – Hände, Haut und Gesten –, die eine abstrakte, aber emotionale Landschaft von Transformation und Leben formen.

Im Kontrast dazu steht die von der Philosophie der „Drei Affen“ inspirierte Arbeit, die eine bewusste Weigerung darstellt, zeitgenössische Formen des „Bösen“ zu sehen, zu hören oder darüber zu sprechen, umgesetzt durch eine Selbstporträt-Intervention. Weitere Arbeiten wie „Timeless Path“ und „Presence – Essence“ verschieben mit ihren organischen, kosmischen Formen den Fokus hin zu Heilung, Introspektion und der Einheit mit der Natur – und verweisen auf die Suche nach innerem Frieden und Gleichgewicht.

Letztlich bewegt sich „Echo“ zwischen Spannung und Hoffnung. Während Angst, Isolation und Unsicherheit thematisiert werden, wird zugleich die Möglichkeit von Transformation eröffnet. Das Projekt lädt dazu ein, innezuhalten, sich neu zu verbinden und durch Liebe, Nähe und Zusammengehörigkeit Bedeutung neu zu entdecken. Es fördert ein tieferes Bewusstsein für übersehene Momente und schlägt eine erneuerte Wahrnehmung unserer Umgebung vor – als Teil der fortlaufenden menschlichen Suche nach Selbstverständnis und Einheit mit dem Universum.

Echo
Ana Ivanovska
19.06.–27.06.
Vernissage: 19.06., 19:00
Finissage: 27.06., 19:00
PRIMA CENTER BERLIN

Die Arbeit „Breathless“ aus dem Projekt „Echo“


Die Künstlerin (DE)

Ana Ivanovska (Skopje, 1982) absolvierte 2006 die Fakultät für Bildende Kunst in Skopje, wo sie 2007 das pädagogische Studium sowie 2011 ihr Postgraduiertenstudium abschloss. Sie ist eine der Gründerinnen der Künstlergruppe Art I.N.S.T.I.T.U.T. (2009) sowie der Gruppe „MOMI“ (2012) und Mitglied des Verbands der Künstler*innen von Nordmazedonien (seit 2006). 2022/23 war sie Mitglied der Jury des Verbands der Künstler*innen von Nordmazedonien sowie 2023 Mitglied des Steering Committees der BIEAF2023, des 20. Busan International Environment Art Festival „Change To ECO“, organisiert von Yousang Lee.

Ihre Arbeiten wurden in 24 Einzelausstellungen und rund 200 Gruppenausstellungen in Nordmazedonien und im Ausland gezeigt. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter „Top 10 World Artists“ beim BIEAF 2024 im Rahmen des 21. Internationalen Festivals für ökologische Kunst in Busan, Südkorea, organisiert von Yusang Lee (2025), den Jahrespreis für junge bildende Künstlerinnen „Denes“ des Zentrums für zeitgenössische Kunst (2008), den „Preis für Skulptur“ des Verbands der Künstlerinnen von Nordmazedonien (2017) sowie den „Preis für Neue Medien“ desselben Verbands. Zudem vertrat sie Nordmazedonien im internationalen Wettbewerb der VII. Frankophonen Spiele in Nizza, Frankreich (2013).

Sie nahm an Künstlerresidenzen in Belgrad, Serbien (2025), Istanbul, Türkei (2025), Tirana, Albanien (2024), New York, USA (2022), Skopje (CreArt), Nordmazedonien (2020), Paparidishte, Nordmazedonien (2019), Tirana und Korça, Albanien (2019), Berlin, Deutschland (2018), Paris, Frankreich (2014), Wien, Österreich (2011) und New York, USA (2009) teil.

Ihr künstlerisches Schaffen ist geprägt von der Arbeit mit und der Erforschung verschiedener Medien sowie deren Kombination. Sie bewegt sich frei zwischen Installationen, Objekten, Malerei, Zeichnung, Collage, Video-Installationen und weiteren Formaten. Ihre Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Natur, Individuum und Gesellschaft und balanciert Gegensätze wie Mikro- und Makrokosmos, Leben und Tod sowie das Spirituelle und das Materielle aus. Durch immersive Installationen verändert sie Raum und Wahrnehmung und lädt zur Reflexion über Existenz ein.


ANA IVANOVSKA
www.anaivanovska.com
E-Mail: anaivanovska.art@gmail.com